Verkehrswende Engelskirchen

Verkehrswende Engelskirchen – Mobilität neu denken

 

Nicht einfach, sich solch eine „Wende“ vorzustellen: Jeder Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Schule kann super bequem und ohne Verzögerung mit dem Auto angetreten werden. Mehr als 50 Jahre lang haben wir die gesamte Infrastruktur und alle Serviceleistungen rund ums Auto aufgebaut und perfektioniert. Und wir haben das so getan, dass wir ohne Auto kaum noch zurecht zu kommen scheinen: Regionale Bahnlinien wurden gestrichen, Busverbindungen ausgedünnt, Bürgersteige zugunsten von Parkplätzen so schmal, dass wir sie zu Corona-Zeiten ohne Maske gar nicht benutzen können, und wer nicht im Aggertal lebt, ist vom ÖPNV völlig abgeschnitten.

Aber wir haben verstanden, dass sich das ändern sollte: Wenn wir den Klimaschutz ernstnehmen und den Klimanotstand, zu dem sich Engelskirchen bekannt hat, nicht bloß als hohle Phrase verstehen, müssen wir unsere Mobilitätsbedürfnisse neu denken. Wir müssen den privaten Autoverkehr drastisch reduzieren, weil wir es uns nicht länger leisten können, tonnenweise fossile Rohstoffe bei geringem Wirkungsgrad zu verbrennen und damit tonnenweise CO2 und andere Schadstoffe freizusetzen.

Dafür muss sich aber auch strukturell viel ändern: Wir benötigen einen leistungsfähigen, umwelt- und benutzerfreundlichen ÖPNV, wir brauchen ein Car-Sharing-Konzept, das auf den Bedarf einer ländlichen Flächengemeinde zugeschnitten ist, schnelle und zuverlässige Verbindungen in die regionalen Zentren.

Mobilität neu denken heißt auch, andere Prioritäten zu setzen: Der Vorrang muss sich an der Umwelt- und Klimaverträglichkeit messen lassen. Fußgänger, Radfahrer, öffentliche Verkehrsmittel sind die Mobilitätsträger der Zukunft, an deren Belangen muss sich das Handeln der Gemeinde an erster Stelle orientieren! Dazu gehört dann auch eine Infrastruktur „der kurzen Wege“, wie z.B. lokale Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten.

Dazu ist nicht immer der ganz große Wurf erforderlich: Es fängt schon damit an, dass wir sichere Abstellmöglichkeiten für unsere Räder vorfinden, die in der Regel auch mit Ladestationen kombiniert sein sollten.

Solche Veränderungen verlangen uns allen Einiges ab, aber wir gewinnen auch viel: Nicht nur ein gesünderes Klima, sondern auch eine Gemeinde mit hoher Aufenthaltsqualität, in die man gerne zum Einkaufen, verbunden mit einem Plausch und einem Kaffee, kommt.



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