Aufgabe des Bebauungsplans Nr. 3b (Hardter Feld, 2.Bauabschnitt)

30.01.05

Antrag zur Ratssitzung am 16.2.2005

Der Rat möge beschließen:

Die Planungen zur Umsetzung des Bebauungsplans Nr. 3b (Hardter Feld, 2.Bauabschnitt) werden eingestellt.

Begründung:

In der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am 25.1.05 wurden Aufstellungsbeschlüsse für die B-Pläne Nr. 43 „Ohl“ und Nr. 44 „Albertsthal“ gefasst.

Zurzeit stehen darüber hinaus in der Gemeinde hinreichend bebaubare Grundstücke zur Verfügung, u.a. in den Ortslagen Hardt (ehemaliges Grundschulgelände), Loope (Bergsiefen) und Oberstaadt (Lehmbausiedlung). Das Angebot ist deutlich höher als die Nachfrage; zudem gibt es in Engelskirchen leer stehenden Wohnraum.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2004 ist die Einwohnerzahl von Engelskirchen nach Auskunft des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) NRW  erstmalig gesunken (um 75 Einwohner von 20.807 auf 20.732), ein Trend, der auch für viele weitere oberbergische Kommunen gilt.

Es gibt deshalb keinerlei Sinn, die Flächenangebotspolitik vergangener Jahren unverändert fortzusetzen, will man nicht völlig am Bedarf vorbei planen.

Das bisher anvisierte Projekt B-Plan Hardter Feld 2.Bauabschnitt ergibt aus verschiedenen Gründen keinen Sinn:

1)      Der Bereich ist völlig überdimensioniert und nicht am Bedarf orientiert.

2)      Für die Erschließung des Gebietes gibt es bisher nicht einmal Ansätze für ein tragfähiges Konzept; eine Anbindung über den Hohlweg wäre hochproblematisch, ebenso jedoch auch mögliche Alternativen (Feckelsberger Weg; L 302n). Die Erschließung wäre mit sehr hohen Kosten verbunden.

3)      Das Gebiet befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der viel befahrenen        L 302n. Lärmschutzmaßnahmen mit erheblichen Kosten wären erforderlich.

4)      Das Thema „Verbleib der Wertschöpfung“ lässt sich nach Auskunft der Verwaltung im Planungsausschuss nicht zugunsten der Gemeinde lösen. In keinem anderen Baugebiet stelle sich die Problematik „Verbleib der Wertschöpfung“ so schwierig dar, wie gerade beim Hardter Feld.

Aus allen genannten Gründen ergibt es aus der Sicht unserer Fraktion keinen Sinn, das Vorhaben „B-Plan Hardter Feld, 2.Bauabschnitt“ weiter zu verfolgen. Vorhandene Verwaltungskapazitäten sollten deshalb nicht länger hier gebunden werden, sondern für sinnvollere Vorhaben eingesetzt werden.