Einführung des Schülertickets

28.04.03

Antrag zur Ratssitzung am 4.6.2003

Der Rat der Gemeinde Engelskirchen möge beschließen:

Die Gemeinde Engelskirchen führt das VRS-SchülerTicket („Fakultativmodell“) zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 an den weiterführenden Schulen der Gemeinde verbindlich ein.

 

Begründung:

Der Antrag zur Einführung des SchülerTickets wurde von unserer Fraktion schon am 26.11.2001 gestellt. Eine von der Gemeinde durchgeführte Befragung an den drei weiterführenden Schulen  brachte das Ergebnis, dass eine große Mehrheit der Schülerschaft die Einführung des SchülerTickets wünschte.

Dennoch hat der Rat damals mit der Mehrheit von CDU/SPD die Einführung des SchülerTickets abgelehnt. Das SchülerTicket sei im ländlichen Raum  nicht attraktiv genug, so die damalige Begründung. Im Oberbergischen Kreistag sowie in den anderen oberbergischen Kommunen wurde mit ähnlicher Begründung die Einführung des Tickets verhindert. Hinzu kam, dass die OVAG als einziges Verkehrsunternehmen im VRS-Gebiet der Einführung des SchülerTickets sehr reserviert gegenüber stand.

Völlig anders verhielten sich die anderen ländlichen Kommunen des VRS-Verbandsgebietes (siehe Aufstellung in der Anlage). Auch in unseren Nachbarkommunen Overath und Much ist es mit Erfolg eingeführt worden.

Vom 20.9. bis 15.12.2002 hat der VRS eine umfangreiche, verbandsweite Akzeptanzstudie (siehe Anlage) zum SchülerTicket durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig. In der VRS-Pressemitteilung vom 18.2.2003 heißt es u.a.: „Das SchülerTicket findet auch im Kölner und Bonner Umland mehr und mehr Zuspruch. Fuhren früher nur 54,5 Prozent der Schüler täglich mit Bus und Bahn zur Schule, sind es heute 87,2 Prozent. In der Freizeit ist eine Steigerung von täglich 9,9 auf 30,1 Prozent zu verzeichnen. Spitzenreiter ist der Rhein-Sieg-Kreis. Waren hier im April 2001 nur 2.412 Schülerinnen und Schüler im Besitz des SchülerTickets, so sind es heute rund 16.100.“

Auf Grund der sehr positiven Ergebnisse der Akzeptanzstudie hat auch in Oberberg der Umdenkungsprozess begonnen. Die SPD-Kreistagsfraktion hat z.B. die Studie zum Anlass genommen, im Kreistag am 27.3.2003 die Einführung des  bisher  von ihr abgelehnten SchülerTickets an den Schulen im Kreis einzufordern. Sie forderte gar Landrat Kausemann auf, Einfluss auf die Bürgermeister zu nehmen, damit oberbergischen Schülern das SchülerTicket nicht länger vorenthalten wird.

Mit zwei Anschlussstellen des Stadt-Expresses sind die Rahmenbedingungen für die Einführung des SchülerTickets in Engelskirchen  besser als in anderen Gemeinden Oberbergs. Im Zusammenhang mit der Durchführung des Bürgergutachtens Ründeroth wurde deutlich, welche hohe Bedeutung die Bürgerschaft der Förderung des ÖPNV beigemisst. Der Rat hat in einer Sondersitzung allen Bürgeranregungen zugestimmt. Die Einführung des SchülerTickets wäre ein Signal des Rates, dass er bereit ist, den Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen.

Die Modalitäten des Fakultativmodells müssen an dieser Stelle nicht erneut dargestellt werden. Es wird auf die ausführliche Erläuterung in der VRS-Darstellung (siehe Anlage) verwiesen.

Besonders hervorgehoben werden sollte wegen der Missverständnisse in der Vergangenheit die besondere Situation der freifahrberechtigten Kinder, die im Freigestellten Schülervekehr zur Schule befördert werden. Für diese Schülergruppe ist die Einführung des SchülerTickets nur von Vorteil. Denn im Gegensatz zu den freifahrberechtigten Kinder im ÖPNV, verlieren die im FSV beförderten Freifahrberechtigten ihren Anspruch auf kostenfreie Beförderung nicht. D.h., für diese Gruppe ist auch nach Einführung des SchülerTickets die Abnahme absolut freiwillig.