Gemeinde Engelskirchen soll "Fairtrade-Gemeinde" werden

29.08.12

Antrag zur Ratssitzung am 12.9.2012

Die Gemeinde Engelskirchen beteiligt sich an der internationalen Kampagne  „Fairtrade-Towns“ und strebt den in Deutschland von TransFair e.V. verliehenen Titel „Fairtrade-Town“ an.

Zur Erlangung dieses Titels verpflichtet sich die Gemeinde Engelskirchen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit die fünf geforderten Kriterien erfüllt werden. Ziel der Kampagne ist es, dass sich verschiedene Akteure der Gemeinde gemeinsam für den Fairen Handel einsetzen.

Begründung:

Fairtrade ist eine Strategie zur Armutsbekämpfung und auch eine Initiative für mehr Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit. Durch gerechtere Handelsbeziehungen lassen sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern, Arbeitern und Produzenten in Afrika, Asien und Südamerika verbessern. Illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit werden verboten.

Seit 2009 können sich Kommunen in Deutschland um die Titel „Fairtrade-Stadt/Gemeinde/Landkreis“ bewerben. Über 90 Städte und auch Landkreise haben dies bisher getan. Im Oberbergischen Kreis hat der Rat der Stadt Gummersbach am1.12.2011auf Antrag des Weltladens für fairen Handel e. V. einstimmig beschlossen, der Kampagne beizutreten (Anlage 1)

Um Fairtrade-Gemeinde zu werden, sind 5 Kriterien zu erfüllen:

1. Es liegt ein Beschluss des Rates vor, dass bei allen Sitzungen der Gremien sowie im Bürgermeisterbüro Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus Fairem Handel (z. B. Tee, Orangensaft, Zucker, Kekse, Schokolade, Kakao) verwendet wird. Es wird die Entscheidung getroffen, als Gemeinde den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ anzustreben.

2. Es wird eine lokale Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zum „Fairtrade-Gemeinde“ die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Sie sollte aus Vertretern der Verwaltung, des (Einzel-)Handels, „Eine Welt-Gruppen“ (z. B. Lichtbrücke, Eine Welt Kreis ATG), Kirchen,  Schulen, Vereine und Medien bestehen.

3. In den lokalen Einzelhandelsgeschäften werden mit einem Gütesiegel ausgestattete Produkte aus Fairem Handel angeboten und in Cafés und Restaurants werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt (mindestens 4 Geschäfte und 2  Gastronomiebetriebe).

4. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet und es werden dort Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt. Es müssen jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirche für die Teilnahme gewonnen werden. Einmal pro Jahr sollte eine Aktion durchgeführt werden.

5. Die örtlichen Medien berichten in mindestens 4 Artikeln über alle Aktivitäten auf dem Weg zum „Fairtrade-Landkreis“.

Nach Erfüllung aller Kriterien und Prüfung durch TransFair e.V. wird der Titel „Fairtrade-Landkreis“ für zunächst 2 Jahre vergeben. Danach erfolgt regelmäßig eine Überprüfung, ob die Kriterien weiterhin erfüllt sind.

Ausführliche weitere Infos: www.fairtrade-towns.de

                                                  www.gummersbach.de/de/fairtrade

In Engelskirchen sind einige Vorbedingungen zur Teilnahme bereits erfüllt. Z.B. hat der Rat bereits vor ca. 20 Jahren einstimmig beschlossen, dass im Rathaus ausschließlich Kaffee aus fairem Handel ausgeschenkt wird. In der Ratssitzung am9.11.2005wurde einstimmig der Beschluss gefasst zur Teilnahme der Gemeinde Engelskirchen an der „Clean-Clothes-Kampagne“ (Verzicht auf  die Verwendung  von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit) und in der Ratssitzung am30.6.2010wurde beschlossen,  dass „bei Beschaffungen und Vergaben von Aufträgen der Gemeinde Engelskirchen die Erlasse des Landes NRW zur Berücksichtigung von Aspekten des Umweltschutzes und der Energieeffizienz (12.4.2010) sowie zur Vermeidung der Beschaffung von Produkten aus schlimmsten Formen der Kinderarbeit (23.3.2010) angewendet werden“.