


21.08.20 –
Im Frühjahr war noch keine Vegetation im Bereich des vor einem Jahr abgelassenen Staus Ohl-Grünscheid. Nur Geröll und verfestigter Schlamm. Jetzt wächst, blüht und gedeiht es. Vielerlei Arten haben sich angesiedelt. Darunter, besonders erfreulich, Schwarzerlen, ein typischer Baum an unseren Fließgewässern. Einen halben Meter sind sie jetzt hoch. Wenn man in dem Bereich des ehemaligen Staus der Natur ihren Lauf lässt, haben wir in ein paar Jahren eine Aue mit enormer biologischen Vielfalt neben der frei fließenden Agger.
Die Natur hat hier eine Chance bekommen, weil das Verwaltungsgericht Köln vor einem Jahr eine Verfügung der Bezirksregierung Köln bestätigte, das Wasser aus dem Stau wegen Gefahr im Verzug abzulassen. Die 92 Jahre alte Anlage war so marode, dass Gefahr für die Menschen in Loope bestand, wenn sie bei einem Hochwasser oder Erdbeben zusammengekracht wäre. Es ist nicht damit getan, ein neues Wehrsegment einzubauen. Die gesamte Anlage muss überprüft werden. Einen Abschlussbericht dazu gibt es noch nicht. Erst dann kann entschieden werden, welche Investitionen der Betreiber aus Sicherheitsgründen aufzubringen hat und ob er dann überhaupt den Betrieb angesichts der Kosten weiterführen will. Bis dahin darf auf keinen Fall wieder aufgestaut werden.
NABU und BUND in Oberberg sind der Auffassung, die bislang gewonnene regenerative Energie am Wasserkraftwerk Ohl-Grünscheid durch Solar- und Windenergie einfacher und kostengünstiger zu erzeugen. Sie treten dafür ein, dass die Agger frei fließt und Engelskirchen durch die sich bildende Flussaue einen wertvollen Lebensraum gewinnt.
Friedrich Meyer, (Flussgebietskoordinator für die Agger )
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