In Zeiten des Umbruchs: Bauen und Wohnen in Engelskirchen

Seit Jahrzehnten werden in Engelskirchen ständig neue Baugebiete erschlossen. Ein Bauer, der in den 1950ger Jahren gestorben ist, würde seine Heimat heute kaum wiedererkennen. Industrie und Wohnbebauung nehmen fast das gesamte Tal und die angrenzenden Hänge ein.

Seit Jahrzehnten werden in Engelskirchen ständig neue Baugebiete erschlossen. Ein Bauer, der in den 1950ger Jahren gestorben ist, würde seine Heimat heute kaum wiedererkennen. Industrie und Wohnbebauung nehmen fast das gesamte Tal und die angrenzenden Hänge ein.

Was dem unserem Landwirt besonders schmerzlich auffiele: Gerade auf den wertvollsten Ackerflächen stehen heute Häuser und Gewerbehallen. Der Platz dazwischen geht für Straßen und Parkplätze drauf. Ob er sich hier und heute noch wohlfühlen würde?

Wie auch immer: wir können nicht zurück. Aber genauso klar ist: So können wir nicht weitermachen.

Schon wegen der CO2-Emissionen. Knapp ein Drittel der Gesamtemissionen in Deutschland gehen auf das Bauen und Wohnen zurück. Wobei man das Bauen nicht unterschätzen darf. Gerade im felsigem und bergigen Aggertal wird für den Bau eines Hauses mehr Energie und Klimagas aufgebraucht (die "graue Energie") als für das Heizen während der gesamten Lebensdauer.

Statt also immer neue Häuser zu bauen müssen wir bestehende Bauten renovieren. Das fordert auch die Bundesarchitektenkammer in ihrem aktuellen Appell an die Politik: mindestens eine Million Altbauten müssen saniert werden - pro Jahr (!), wenn wir die Klimaziele erreichen wollen.
(Quelle: ENA2019).

In Engelskirchen sind zwei Drittel aller Wohngebäude vor 1978 entstanden. Die wenigsten davon sind thermisch saniert und gehören dem niedrigsten Energiestandard von mehr als 200 KW/m²a an. Ein gut saniertes Wohnhaus kann 25 KW/m²a erreichen.