Mehrheit für klimaschädlichen Off – Road - Rummel

16.11.15

Der Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde hat gegen die Stimmen der Grünen beschlossen, das baurechtliche Verfahren zur Einrichtung einer überregional bedeutsamen Vermarktungseinrichtung für klimaschädliche SUV (Geländewagen) fortzuführen. Ziel von Stift Ehreshoven ist es, die vom Oberbergischen Kreis zwischenzeitlich verbotene, illegal betriebene Off- roadstrecke durch ein Bauleitverfahren zu legalisieren. Das wäre für Stift Ehreshoven in Zusammenhang mit Verkaufsschauen im Schlossbereich, Tagungen und Gastronomie in  Kommende, Gutshof Forkscheid und EcoLut Center, von herausragender finanzieller Bedeutung.

Hierzu wird von den Befürwortern des Offroadspektakels inzwischen verniedlichend von einer  „Fahrzeugschulungsstrecke“ gesprochen und der Versuch unternommen, die geplanten Veranstaltungen als dem öffentlichen Interesse (z.B. für Schulungen der Feuerwehr) dienend darzustellen.

Wiewohl die Grünen dem Stift ein wirtschaftliches Wohlergehen wünschen - mit der umfangreich betriebenen Holzwirtschaft ist dies auch gegeben - wenden sie sich doch entschieden dagegen, dass Ehreshoven bedeutender Teil einer weltweit operierenden Vermarktungsoffensive für die  klimaschädlichen SUV wird. Die SUV und andere geländegängige Fahrzeuge werden zum größten Teil nicht aus beruflicher Notwendigkeit genutzt, sondern aus Prestigegründen und zum Freizeitvergnügen. Der gegenüber normalen Fahrzeugen erhöhte CO2-Ausstoß und die damit verbundene Klimaschädlichkeit werden dabei ausgeblendet. Die geländetauglichen Großraumwagen haben die größten Zuwachsraten bei Neuzulassungen und haben sich weltweit zu einem ernsthaften Problem entwickelt. Nicht die Wagen in Ehreshoven sind das eigentliche Problem, obwohl bislang geschützte Landschaftsteile und Erholungsgebiete beeinträchtigt würden, sondern vor allem die Funktion von Ehreshoven zur weltweiten Vermarktung der klimaschädlichen Fahrzeuge für VW und andere.

Engelskirchen hat beschlossen Klimaschutzgemeinde zu sein. In dem im Sommer  vom Rat verabschiedeten Leitbild 2030 heißt es u.a.:  „Engelskirchen ist auf dem Weg  zur Null – CO2 – Gemeinde“ und „Engelskirchen ist ein wichtiger Akteur in Fragen von Umwelt-, Klima- und Naturschutz.“  Der Rat der Gemeinde sollte auch angesichts der weltweit notwendigen Anstrengungen zum Klimaschutz, wie sie jetzt auf der Konferenz in Paris verhandelt werden, seinen selbstgesetztem Anspruch als“ Klimaschutzgemeinde“ gerecht werden.

Die endgültige Entscheidung über die Legalisierung der Off- Road - Strecke muss letztlich der Rat treffen. Hierzu kann jede/r im Rahmen der öffentlichen Beteiligung Bedenken einlegen und dazu beitragen, das klimaschädliche Vorhaben zu verhindern.

 

Der Vorstand des Ortsverbands Engelskirchen