Naturschutzgebiet Teichwiese muss geschützt werden

02.05.15

Nicht weit vom grünen Schild „Naturschutzgebiet“ an der  der  L 302 am Ortsausgang von Bickenbach ist in das Naturschutzgebiet Teichwiese Erdaushub im großen Stil angeschüttet worden, entwurzelte und zerstörte Bäume und Sträucher liegen herum.

Zwischen Bickenbach und Papiermühle fließt die Leppe durch die Teichwiese. Sie ist als Wildbachaue mit ihrem Auenwaldbestand und der einzigartigen Flora und Fauna eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete von Engelskirchen. Ihr Wert wird beschrieben in einem Kapitel des Buches „Perlen der Landschaft“ von Gero Karthaus (einsehbar auf der Homepage der Gemeinde). Dieser hat  sich in den achtziger Jahren vehement für den Schutz des  Gebietes eingesetzt, als  CDU, SPD und FDP es zum Industriegebiet umwandeln wollten. Naturschützern, den Bickenbacher Bürgern und den damals noch außerparlamentarisch agierenden Grünen  gelang es schließlich den Rat davon zu überzeugen, dass es sich hier um ein schützenswertes Gebiet handelt.  In der Folge wurde die Teichwiese als  Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Der strenge gesetzliche Schutz der Teichwiese hat nicht verhindert, dass vom angrenzenden Bickenbacher Gewerbegebiet aus massenweise  Erdaushub in das Gebiet aufgeschüttet wurde.

Friedrich Meyer, sachkundiger Einwohner des NABU im Ausschuss für Planung und Umweltschutz der Gemeinde Engelskirchen , hat hierüber die Untere Landschaftsbehörde beim Oberbergischen Kreis informiert, die sich daraufhin der Sache angenommen hat.

Die Kreistagsfraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Oberberg hat zur Sitzung des Kreisumweltausschusses am 7. 9. 2015 die  Anfrage gestellt, wie die Kreisverwaltung die Verletzung des Naturschutzgebietes Teichwiese beurteilt und welche Maßnahmen sie für geeignet hält, Natur- und Landschaftsschutzgebiete zukünftig vor solchen gravierenden Eingriffen zu schützen. Nach Auffassung der Grünen kommt hier den ehrenamtlich tätigen Landschaftswächtern nach Landschaftsgesetz eine wichtige Rolle zu. Auf Antrag der Grünen hatte der Umweltausschuss des Kreises  Anfang 2013 beschlossen, eine flächendeckende und wirkungsvolle Landschaftswacht, wie sie im Landschaftsgesetz NRW vorgesehen ist, aufzubauen. Die Grünen werden weiterhin darauf hinwirken, dass dieser Beschluss im Oberbergischen Kreis endlich umgesetzt wird.

Wer sich für die ehrenamtliche Tätigkeit als Landschaftswächter/in interessiert, sollte Kontakt mit der Unteren Landschaftsbehörde beim Oberbergischen Kreis aufnehmen.